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Kamenický Šenov (Steinschönau)

Die Stadt liegt in einer malerischen Landschaft von Sandstein- und Basaltformationen an der Grenze zweier Naturschutzgebiete - des Böhmischen Mittelgebirges und der Lausitzer Gebirge - in einer Meereshöhe von 350-550 Metern im Bezirk Česká Lípa im Kreis Liberec. Die Stadt wird von zwei Verwaltungsteilen gebildet: Kamenický Šenov (Steinschönau) und Prácheň (Parchen). Die Einwohnerzahl bewegt sich um 4 000 Personen. Kamenický Šenov ist für seine Glaskunstproduktion und die ununterbrochene, fast 300 Jahre dauernde Herstellung herrlicher Kristalllüster berühmt.

 

Geschichte

Der erste Bericht stammt aus dem Jahre 1352 in der  Chronik von Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz), wo das von eingewanderten Lausitzer Sorben gegründete Dorf „Sonov“ genannt wird. Im Jahre 1849 wurde das Dorf zu einem Marktflecken und im Jahre 1900 zu einer Stadt erhoben.

Die erste Erwähnung der Steinschönauer Glasmacher stammt aus dem 17. Jahrhundert, als die hiesigen Einwohner begannen, sich mit der Glasveredelung zu beschäftigen. Das Glas holten sie mit Schubkarren und Pferdewagen aus der schon im Jahre 1414 gegründeten Hütte in Chřibská (Kreibitz), später auch aus Falknov (Falkenau).

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Kamenický Šenov (Steinschönau) die erste Glashütte gebaut, es kam zu einem Aufschwung der Lüsterherstellung, und im Jahre 1856 wurde hier die erste Glasfachschule der Welt gegründet

 

Stadtamt Kamenický Šenov
Osvobození 70
471 14 Kamenický Šenov

Telefonnummer: +420 487 712 011
Fax: 487 712 000

E-mail: info@kamenicky-senov.cz

Internet-Seiten: http://www.kamenicky-senov.cz

 

Bedeutende Persönlichkeiten

Der wahrscheinlich bekannteste Landsmann aus Kamenický Šenov war der Glashändler Jiří František Kreibich (1662-1730), der etwa 30 Geschäftsreisen in mehrere europäische Länder unternahm.

Zu den mit Kamenický Šenov verbundenen bedeutenden Persönlichkeiten gehörte auch der Absolvent der Prager Kunstakademie, der Historienmaler und erste Direktor der Glasfachschule in Steinschönau Jan Dvořáček (1825-1898).

Die erste größere Werkstatt gründete in Parchen Josef Palme schon im Jahre 1724. Zu einem wirklichen Aufschwung und Vollkommenheit führte Elias Palme die Lüsterherstellung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Glasmuseum

Ursprünglich entstand das Stadtmuseum im Jahre 1923 durch offizielle Gründung des Museumsvereins.

Die Dauerausstellung umfasst die Entwicklung des gravierten und geschliffenen Glases vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ein Teil der Exposition ist der hiesigen Glasfachschule gewidmet – der ältesten ihrer Art in der Welt, der Firma J. & L. Lobmeyr und internationalen Symposien des gravierten Glases. Zur Dauerausstellung gehört auch eine Kollektion historisierender Kristalllüster und der Lampen aus Überfangglas, deren Herstellungstradition in dieser Region auf das Jahr 1724 zurückgeht. Zu den außerordentlichen Exponaten gehört auch ein gläserner Stuhl, hergestellt von der Steinschönauer Firma von Elias Palme im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts für den Maharadscha-Palast in  Haidarabad in Indien.

Im Museum befindet sich auch eine Verkaufsstelle, wo Besucher Glasprodukte, Souvenirs und Publikationen über die Glasmacherkunst kaufen können.

 

Glasmuseum Kamenický Šenov

Organisationsteil der Stadt Kamenický Šenov
Osvobození 69
471 14 Kamenický Šenov

Telefonnummer/Fax:  +420 487 712 040
E-mail:  muzeumskla@kamenicky-senov.cz
Internet-Seiten: www.muzeumskla.cz

 

Kirche des heiligen Johannes des Täufers

In der Mitte der Stadt in der Nähe der Hauptstraße steht die Barockkirche des heiligen Johannes des Täufers, die in den Jahren 1715-1718 von Petr Pavel Columbani an der Stelle einer älteren kleinen Holzkirche  gebaut wurde.

Die innere Einrichtung ist meistens Rokoko. Die Kirche wurde im Jahre 1928 komplett restauriert.

An der nördlichen Seite der Kirche befindet sich der ehemalige Friedhof. Entlang der Mauer stehen reich gegliederte Grabsteine aus dem Rokoko und Klassizismus der 2. Hälfte des 18. und der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Radweg „Orgel“

Der Radweg „Orgel“ ist fast 17 Kilometer lang und führt auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke von Česká Lípa (Böhmisch Leipa) nach Kamenický Šenov. Er beginnt in der Nähe des Bahnhofs Střelnice in Česká Lípa und endet an dem ehemaligen Bahnhof in Kamenický Šenov, in der unmittelbaren Nähe von Panská skála (Herrnhausfelsen) mit einem nahe liegenden Parkplatz und einem Informationszentrum.

Der Bau des Radwegs begann im Jahre 2007 und wurde  2013 abgeschlossen.

Die Oberfläche wird von einer Asphaltbetonschicht gebildet. Der Radweg kann nicht nur von Fahrradfahrern  genutzt werden, sondern ist auch für andere Freizeitaktivitäten ideal, im Winter wird er von Langläufern befahren.

 

Glaslokalbahn

Die malerische Museumseisenbahn fährt auf einer 4,5 km langen musealen Strecke unter dem Berghang von Zámecký vrch (Schlossberg) entlang in die Glasstadt Kamenický Šenov.

Es handelt sich um den letzten Rest der lokalen Bahn Česká Lípa - Česká Kamenice, in deren Abschnitt Česká Lípa - Kamenický Šenov der Verkehr im September 1979 beendet wurde. Nach notwendigen Reparaturen wurde  im Jahre 2010 der saisonale Museumsverkehr mit  historischen Dampf- und Motorzügen eröffnet.

Betriebszeit:

Ende März bis Ende Oktober - Feiertage und Wochenenden

Juni bis September - täglich

Internet-Seiten: www.zeleznicninostalgie.cz

 

 

Kreuzweg

Den Kreuzweg finden Sie in dem unteren Teil der Stadt am Freibad in der Nähe der alten Straße zwischen Kamenický Šenov und Česká Kamenice.

Der Bauer Franz Kreibich ließ den ursprünglichen Kreuzweg mit einer Felsennische mit dem Heiligen Grab im Jahre 1846 aufbauen, zusammen mit der Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Kreuzweg zerstört, und die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit mit dem Turm wurde im Jahre 1974 abgerissen.

Die Erneuerung des Kreuzwegs übernahm die Bürgervereinigung „Na Výsluní“, die Bürger und Freunde von Kamenický Šenov verbindet. Zusammen mit der Instandsetzung des Wegs wurde auch der Aufbau eines runden Pavillons und eines hölzernen Eingangstores durchgeführt und die  Quelle des Heiligen Kreuzes, die gleich unterhalb des Kreuzweges entspringt, anspruchsvoll gestaltet.

 

Glasfachschule

Die Glasfachschule (die erste der Welt) wurde im Jahre 1856 aus dem Bedürfnis heraus gegründet, die Glashandwerker vor allem im Malen, Schleifen und Gravieren des Glases auszubilden.

Wegen ungeeigneter Räumlichkeiten wurden ein kleines Häuschen und im Jahre 1875 ein weiteres Gebäude zugekauft, das gegenwärtige zweite Gebäude der Glasfachschule in der Straße Havlíčkova.

Die Schule bildete seit ihres mehr als 150-jährigen Bestehens viele ausgezeichnete Künstler und Handwerker aus.

Sie hat ihre eigene Galerie, wo es möglich ist, die Spitzenarbeiten der Absolventen nicht nur zu sehen, sondern auch hochwertige und preiswerte Erzeugnisse der Studenten im schuleigenen Geschäft zu kaufen.

 

Glasfachschule Kamenický Šenov

Havlíčkova 57

471 14 Kamenický Šenov

Telefonnummer: +420 487 764 965

E-mail: supss@supss-ks.cz

Internet-Seiten: www.czech-glass-school.com

 

Panská skála - Herrnhausfelsen

Der Basalthügel (597 m) am Rande von Kamenický Šenov ist das bekannteste  geologische Schutzgebiet in Tschechien. Schon im 18. Jahrhundert wurde hier ein Steinbruch betrieben, in dem durch fortschreitende Förderung eines der herrlichsten Beispiele der Basaltsäulentrennung in Tschechien entdeckt wurde. Fünf- bis sechsseitige reguläre Basaltsäulen stehen fast senkrecht bis zu 12 Metern hoch und haben einen Durchmesser von 20–40 Zentimetern.

Das ganze Gebilde ähnelt den Orgelpfeifen, deshalb wird es oft „Orgel“ genannt. Unterhalb des Felsens gibt es einen kleinen See, der in der Grube nach dem Abbau des Gesteins entstand und mit Regenwasser gefüllt wird. Die ersten Rettungsbemühungen begannen Ende des 19. Jahrhunderts und führten im Jahre 1948 zu einem Verbot des Basaltabbaus. Im Jahre 1953 wurde Panská skála zum Nationalen Naturdenkmal erklärt.  

Auf Panská skála wurde 1952 das bekannte Märchen „Die stolze Prinzessin“ gedreht.

 

An Panská skála befindet sich ein Parkplatz und ein Informationszentrum, in dem man Souvenirs kaufen kann.  

 

 

 

Informationszentrum Panská skála

Prácheňská 42

471 14 Kamenický Šenov

Telefonnummer.: +420 725 767 401

E-mail: ic.prachen@seznam.cz

Internet-Seiten: www.kulturaks.cz